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Renovierung der Michaeli-Krippe

Bericht von Andrea Huttegger eds

SALZBURG (eds/ah) / Die Figuren sind kaum vier Zentimeter hoch, geschaffen mit Akribie und viel Liebe zum Detail. "Besonders schwierig war es, dieses ‚Handerl' zumachen", sagt Rupert Beran und präsentiert stolz das "reparierte" Jesuskind. Der Stellvertretende Obmann des Salzburger Landeskrippenverbandes hat es sich mit sechs weiteren Kollegen zur Aufgabe gemacht, die berühmte Michaelskirche-Krippe aus den 1950er Jahren zu restaurieren. Angefangen von der "Verkündigung an Maria" über die Weihnachtsgeschichte bis hin zu den Ostergeschehnissen werden den Besuchern diverse biblische Geschichten bis Fronleichnam näher gebracht.

Rupert Beran (l.) und Kollege Franz Brennsteiner (r.) fügen die Kulisse für die Krippe in der Michaelskirche zusammen. Foto: eds.
In 165 Stunden Arbeit wurde die Krippe aus den 1950ern restauriert und erzählt bis Fronleichnam Geschichten aus der Bibel.

Bei 36 Figuren haben wir Hände und Füße angefertigt, bei 20 Tieren die Hörner beziehungsweise Ohren wieder hergerichtet", erzählt Beran währenddessen er den Baum für die Ölbergszene in die Kulisse hineinsteckt. "Das waren insgesamt zirka 165 Stunden Arbeit." Aufgrund von Platzmangel und falscher Lagerung sei die kunstvoll gestaltete Krippe im Laufe der Jahre etwas in Mitleidenschaft gezogen worden. Jetzt wurden Beschädigungen von den Krippenbauern ausgebessert. "Ich hab' sehr darauf geachtet, dass es alt ausschaut", berichtet Beran und weist auf die spezielle Herausforderung der farblichen Übereinstimmung bei den Figuren hin, sodass alte und neue Körperteile auch perfekt harmonieren. Es solle schließlich nach Original aussehen.

"Schauplatz Salzburg"

Es wird sehr oft nach der Krippe gefragt", informiert Frater Virgil. Darum haben die Verantwortlichen für die Michaelskirche, die Erzabtei St. Peter, beschlossen, die Darstellungen nach einigen Jahren Pause wieder der Öffentlichkeit vorzuführen. Zwei Besonderheiten haften diesem Kunstwerk an: Erstens ist es die am längsten ausgestellte Krippe. "Bis Fronleichnam werden biblische Szenen präsentiert", sagt der Ordensmann. Zweitens spielen sich die Ereignisse vor der Kulisse Salzburgs ab: Die weihnachtlichen Geschehnisse ereignen sich im Bezirk St. Peter, in der Fastenzeit fungiert der Kapuzinerberg als Hintergrund. Diese lokale Anspielung solle darauf aufmerksam machen, dass die Weihnachts- und Ostererlebnisse auch bei uns gegenwärtig sind, sagt Frater Virgil.

"Das ist Volkskultur"

Durch dieses besondere Kleinkunstwerk solle die Salzburger Krippentradition nicht in Vergessenheit geraten, ist sich das Aufbau-Team einig. Die Besucher können auf Entdeckungsreise gehen und einige Zeit vor dem Bildnis verweilen. Erst bei genauerem Hinschauen würden Details sichtbar werden, versichern die Krippengestalter. Kleinigkeiten wie zum Beispiel der Pfanneninhalt des Maronibraters in der Verkündigungs-Szene oder die präzise geschnitzten Gliedmaßen der Figuren lassen die Bilder zu Geschichten werden.

Die Krippe in der Michaelskirche wurde in den 50er Jahren von einem der damals renommiertesten Krippenschnitzern des Landes geschaffen: Josef Klampfer. Gemeinsam mit Pater Pius Hochreiter vom Stift St. Peter gestaltete der Schleedorfer zudem die prächtigen Kulissen, die für ein eindrucksvolles Gesamtbild sorgen. "Kork und Holz sind die beiden Hauptmaterialien des Kunstwerkes", erzählt Rupert Beran und verschwindet im Nebenraum, in dem sich der imposante, steil aufragende Festungsberg mit den bewachsenen Hügeln befindet - im Miniformat selbstverständlich. "Das ist Volkskultur, die nicht verloren gehen darf", schallt es durch die Sakristei. "Ich war schon mit meinen Eltern hier. Und ich möchte auch mit meinen Enkerln herkommen", freut sich Beran.

 
Diese Kreuzigungsszene ist während der Fastenzeit zu sehen. Foto: eds.

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